Thursday, October 13, 2005

Fortsetzung 5

"Ich halte also ein Baby mit offenem Mund in meinen Händen und denke, es muss doch Laut geben, schreien, damit es Luft bekommt, atmen, dass es nicht erstickt. Ich blicke auf und schaue in das Gesicht von Lena. Hallo Lena, was machst du denn hier? Lena ist die junge Mutter eines Neugeborenen aus Quakenbrück.
Als ich wieder in meine Hände sehe, halte ich anstelle des Babys eine Pizza. Mamma mia, was für ein Traum!
Sie können das natürlich noch weniger verstehen als ich, aber ich behaupte, dieser Traum ist doch in Wirklichkeit passiert. Nein, selbstverständlich habe ich kein Baby gebacken, aber in Quakenbrück, wo ich eine Mini-Pizzeria betreibe... ."
Die ältere Dame unterbrach ihn mit einem deutlichen:"Aha!" Was auch immer sie damit zum Ausdruck bringen wollte, es klang ein bisschen wie das Zuschieben einer Schublade.
Aber so leicht war Pepe nicht zu bremsen. Ein großes Mitteilungsbedürfnis hatte sich durch die Erlebnisse der letzten Monate bei ihm aufgestaut.
"Meine Mini-Pizzeria in Quakenbrück ist der Jugendtreffpunkt der Stadt. So groß ist Quakenbrück an der Hase ja nicht, dass es da viele Jugendtreffs geben könnte. Kennen Sie Quakenbrück?"
Beide schwiegen. Schnell redete er weiter.
"Quakenbrück, das sind zirka 12 300 Einwohner. Dort gibt es eine Fahrradfabrik und das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik. Den meisten Quakenbrückern geht es ganz gut, obwohl der Fahrradverkauf nur ein Saisongeschäft ist.
Wenn ich Quakenbrück einmal im Jahr verlasse, um vor Weihnachten meinen früheren Kollegen und Freund Luigi in Berlin zu besuchen, habe ich endlich genügend Zeit, über alles noch einmal nachzudenken, was in der letzten Zeit dort passiert ist. In meinem Traum muss das auch passiert sein. Nur haben sich Bilder und Situationen miteinander vermischt."

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