Friday, October 07, 2005

Fortsetzung 4

"Ich hatte geträumt, dass ich ganz woanders bin. Entschuldigen sie, ich bin noch ein bisschen durcheinander. Vor wenigen Minuten war ich noch in Quakenbrück. In meiner Pizzeria, ich betreibe eine Pizzeria dort, mit dem Ausrollen von Teig beschäftigt. Ich rolle und rolle, aber der Teig will sich nicht ausbreiten lassen. Also knete ich ihn noch einmal. Da halte ich plötzlich ein Baby in meinen Händen. Was für ein Traum!
Es schaut mich an, mit einem großen, neugierigen Auge, das andere klein und geschlossen. Sein Gesicht so blass wie mein Pizzateig."
Nun hatte er die Aufmerksamkeit seiner Mitreisenden, beide sahen ihn voll des ungläubigen Staunens an. Was war das, einer quatscht einfach drauflos, von seinen Träumen? Würde der junge Mann ihnen auf der Reise möglicherweise lästig werden? Schnaufend holte er Luft.
"Auf einmal öffnet es weit seinen Mund. Wissen Sie, was ich dachte?" Pepe wandte sich an die junge Frau. "Alles hätte in diesem Moment geschehen können, alles! Es hätte zum Beispiel sagen können: Guten Tag, ich heiße Jesus Christus, ich bin soeben geboren worden, um euch von euren Sünden zu erlösen. Mich hätte es nicht gewundert."
Der Zug bremste geräuschvoll und Pepes Rede wurde unterbrochen. Als er sah, dass seine Zuhörerinnen ihn unverändert erwartungsvoll ansahen, redete er weiter. Der Zug fuhr im Schritttempo.

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